Musikalischer Rückblick Mai

Wir verabschieden uns vom Mai und blicken einmal auf ein paar der Alben zurück, die uns diesen Monat am meisten beschäftigt haben.
Dabei war es nicht so einfach eine Auswahl zu treffen, da der Mai voller starker Releases war. Daher fällt der Mai auch deutlich größer aus als der April. Wir sind gespannt was uns der Juni nun alles bringen wird.

Snoop Dogg - Neva Left

Snoop Dogg is back, oh no, he neva left. Als viele von euch nichtmal geboren waren, da hat Snoop Dogg bereits sein erstes Album veröffentlicht. 1993 erschien Doggystyle und erklomm direkt die Nummer 1 der Albumcharts in den USA. Das er nach wie vor der Alte ist möchte er nun auf Neva Left zeigen . So versammeln sich auf seinem mittlerweile 15ten Album diverse namhafte Legenden wie KRS-One, Redman und Method Man, aber auch aus der neuen Generation finden sich verschiedene Features, wie zum Beispiel Wiz Khalifa und K Camp.
In knapp einer Stunde Spielzeit begleitet Snoop Dogg einen musikalisch durch seine bereits 25 jährige Karriere und harmoniert dabei auch immer sehr gut mit seinen sage und schreibe 19 Feature-Gästen.
Snoop Dogg beweist das die Musik ihm einfach im Blut liegt und versetzt uns alle wieder zurück in die 90er.

Gucci Mane - DropTopWop

Vor genau einem Jahr kam Gucci Mane aus dem Knast und bringt zur Feier dessen DropTopWop raus. Dabei wurden alle Tracks von niemand geringerem als Metro Boomin produziert. Die Erwartungen waren hier dementsprechend hoch und wurden meiner Meinung nach auch erfüllt. Auf den 10 Tracks befinden sich mit Offset, 2 Chainz, Rick Ross und Young Dolph auch ein paar bekannte HipHop Größen auf dem Album als Featuregäste.
Nach seiner Haftentlassung vor einem Jahr hat Gucci gefühlt täglich neuen Output geliefert. Leider hörte sich dies dann irgendwann auch sehr gezwungen und einheitlich an. In der letzten Zeit war es etwas ruhiger um ihn geworden und er konnte sich mal wieder auf Qualität statt Quantität konzentrieren. Dies hat sich definitiv bezahlt gemacht. Sein viertes Album innerhalb eines Jahres ist zugleich auch sein stärkstes. Die 10 Tracks auf DropTopWop sind sehr gut gewählt und zeigen das Gucci Mane es definitiv kann, wenn er denn will und sich die nötige Zeit nimmt. Abwechslungsreiche Flows und gut abgestimmte Features machen DropTopWop zu einem Album das man sich auf alle Fälle mal anhören sollte.

Lil Yachty - Teenage Emotions

Bei Lil Yachty scheiden sich die Geister. Ich finde es großartig was der 19jährige macht. Richtig gehört, er ist grade einmal 19 Jahre alt und ist einer der polarisierendsten Künstler zur Zeit.
Lil Yachty lässt es garnicht erst zu das schlechte Laune aufkommt. Seine Musik ist der Inbegriff von guter Laune. Kein Wunder das er von sich selbst behauptet nie schlecht drauf zu sein.
Sein Album umfasst 21 Track und hat neben dem Hit Peek A Poo, auf welchem auch Migos vertreten sind, einiges an catchy Hooks zu bieten. Mit Tracks wie DN Freestyle, Dirty Mouth und X Men sind aber auch vom Sound her aggressivere Tracks vorhanden.
Yachty liebt oder hasst man, man sollte ihm aber unbedingt eine Chance geben und sich darauf einlassen. Neben Peek A Boo haben es mir insbesondere Better und Forever Young angetan.

The Underachievers - Renaissance

Wenn wir zu manchen Artists eine gewisse Liebesbeziehung haben, dann gehören The Underachievers ganz klar dazu. Die ganze Beastcoast um Pro Era, Flatbush Zombies und The Underachievers hat die letzten Jahre einen sehr großen Einfluss auf uns ausgeübt. Nach ihrem letzten Album Evermore erschien nun mit mehreren Verschiebungen ihr neues Album Renaissance. Das Duo um The Underachievers präsentiert sich auf ihrem dritten Album leider nicht so stark wie auf den vergangenen Alben.
Das Album startet mit einigen entspannten Piano Beats und einem sehr relaxten Sound. Auf Crescendo kommt erstmal der typische Underachievers Sound durch. Danach wird es allerdings wieder ruhiger. Dies ist selbstverständlich nicht schlecht, allerdings kann keiner der Tracks so richtig catchen und man vermisst die typischen Banger à la Herb Shuttles. Was auf jeden Fall hängen geblieben ist, ist Issa's Textpart "I'm the king in the vicinity", auf Kiss The Sky. Auch einer der stärkeren Tracks auf dem Album.
Gegen Ende kommen mit Cobra Clutch und Head Right mit die stärksten Track des Albums, welche auch wieder an frühere Tracks von Underachievers erinnern.

Renaissance steht für Wiedergeburt. Hier konnte man nun entweder etwas ganz neues, oder etwas in die Richtung back to the roots erwarten. So richtig kommt aber weder das eine, noch das andere rüber. Dennoch ist das Album hörenswert und ihr solltet ihm eine Chance geben. Persönlich habe ich mir aber einfach etwas anderes erhofft und favorisiere daher die älteren Alben und Mixtapes.

Rejjie Snow - The Moon & You

Rejjie Snow fand seinen Weg in unsere Playlist nachdem wir ihn zu Beginn letzten Jahres live mit Kirk Knight in Hamburg gesehen haben, als diese zusammen in Europa auf Tour waren.
Der junge aus Irland stammende Musiker brachte diesen Monat sein Mixtape "The Moon & You" raus. Er betonte dabei das es kein Album sei, sondern nur ein paar Tracks die er gerne mit uns teilen möchte.
Angekündigt wurde das Mixtape mit Release des Tracks Purple Tuesday, auf welchem unter anderem auch Joey Bada$$ zu hören ist. Rejjie Snow macht mit seinen entspannten Beats und dem lässigen Flow nicht nur Lust auf den Sommer, vor allem macht er auch Lust auf mehr Output von ihm. Wir sind gespannt was die Zukunft noch so bringt und freuen uns derweil über sein jetziges Mixtape, welches wir diesen Sommer mit Sicherheit noch des öfteren hören werden.

Russ - There's Really A Wolf

Russ ist ein begnadeter Musiker/Rapper. Dennoch ist er vielen, trotz seiner zahlreichen Millionen Klicks auf Youtube und Soundcloud, noch unbekannt. Man sollte sich vor Augen halten das Russ sowas wie eine One-Men-Army ist und seine Songs schreibt, produziert, abmischt und sich auch um alle anderen wichtigen Dinge kümmert.
Nun erschien sein Album "There's Really A Wolf". Bei dem Großteil seiner 20 Tracks schlägt der aus Roswell stammende Musiker ruhigere Töne an. Fans die auf mehr intensive Raptracks wie "Do it for myself" oder "Pull the trigger" gehofft haben müssen leider enttäuscht werden. Die Balladen überwiegen deutlich, allerdings ist dies auch eine Sache die Russ richtig gut kann, weshalb das Album auch nicht enttäuscht und von uns eine klare Empfehlung erhält.

Bones - Unredered

Bones ist sicher einer der noch unbekannteren Künstler. Aufmerksam wurden wir auf ihn vor ein paar Jahren durch seinen Track "HDMI". Gebt euch den Track, genauso wie seinen anderen älteren Tracks, es lohnt sich wenn ihr seinen Stil feiert. Erstmals eine breite Masse erreichte er wohl durch sein Feature auf Asap Rockys letzten Album.
Bones liefert auf Unrendered genau den düsteren Sound den man von ihm kennt und liebt. Auf seinem neusten Mixtape befinden sich neben sehr atmosphärischen Tracks auch wieder ein paar Banger. Dabei ist unser absoluter Favorit "Must Be a Real Drag Waking Up and Being You".

Logic - Everybody

Logic hat mit "Everybody" sein drittes Studioalbum veröffentlicht und thematisiert dabei seinen Blick auf das Leben zwischen der weißen und schwarzen Kultur in den USA.
Leider geht er hierbei nicht immer in die Tiefe, sondern behandelt oftmals gängige Oberflächlichkeiten. Aus musikalischer Sicht liefert Logic aber wieder wie gewohnt stark ab. Beats und Flow sind wieder on point und ergeben an sich einen schönen Fluss. Allerdings wird der immer wieder durch verschiedene Sprechpassagen unterbrochen. So bleiben am Ende des Albums vor allem die starken technischen Fähigkeiten des Rappers hängen, weniger die Tracks an sich.