Musikalischer Rückblick April ’17

Da immer wieder die Frage aufkam was bei uns so aktuell im Laden läuft, bzw. was uns an aktuell erschienener Musik bewegt hat, haben wir uns dazu entschlossen fortan jedem Monat einen musikalischen Rückblick zu widmen.

Joey Bada$$ - All-Amerikkkan Bada$$

Das warten hat endlich ein Ende. Für uns persönlich hat Joey Bada$$ ein extrem hohen Stellenwert. Umso mehr hat es uns gefreut das er nun sein zweiten Album veröffentlicht hat.
Der aus Brooklyn stammende Rapper will unter anderem auf die sozialen und politischen Missstände des Landes aufmerksam machen.
Dabei präsentiert er sich lyrisch gewohnt sehr stark und Wortgewand.
Neben dem typischen Boom Bap Sound zeigt Joey Bada$$ auch andere Seiten von sich. Hier wird deutlich welche Entwicklung der 22-jährige genommen hat.

Alles im allen ein sehr solides Album, bei dem auch die Featuregäste wie Schoolboy Q, Meechy Darko und J. Cole voll und ganz überzeugen.
Neben den bisher veröffentlichten Songs Devastated und Land of the free, sind es vor allem die Tracks Temptation, Rockabye Baby, Ring the Alarm, Babylon und Legendary die für uns dieses Album prägen.

Kendrick Lamar - Damn.

Kaum ein Künstler erhält aktuell so viele Lobeshymnen wie Kendrick Lamar. Der aus Compton stammende Rapper hat sich mit seinen letzten Alben die Messlatte selbst sehr hoch gelegt. Ob er die Erwartungen erfüllen konnte? Auf jeden Fall.
Wieder mischt er sehr gekonnt aktuelle gesellschaftliche Themen mit persönlichem.
Anders als bei Joey Bada$$ ist bei ihm aber nicht die aktuelle politische Lage um Donald Trump ein großes Thema, sondern beschäftigt er sich viel mehr mit Gott.
Das Album selbst beginnt so wie es aufhört. Mit einem Schuss. Wie sich zum Ende des Albums herausstellt ein Schuss, bei dem Kendrick Lamar sich fragt, wie dieser, wenn er denn seinen Vater getötet hätte, sein Leben geändert hätte. Der Schütze wäre sein heutiger Labelboss gewesen.
Zwischen diesem Schuss behandelt er gewohnt musikalisch diverse prägende Momente aus seinem Leben.
Ein Album das man sich als Gesamtwerk anhören sollte. um die Geschichte in dem Album und all die, früher wie heute noch existierenden, politischen und gesellschaftlichen Zusammenhänge verstehen zu können, welche Kendrick Lamar mit seinen persönlichen Erfahrungen perfekt zu seinem großen Ganzen vermischt.
Kendrick Lamar erschafft auf seinem Album eine persönliche Geschichte, in denen er die, früher wie heute noch existierenden, politischen und gesellschaftlichen Probleme bestens miteinander vereint und so ein großes Ganzes erschafft.
Neben der sehr starken Single sind für uns persönlich die Tracks DNA, Element, Love und God die stärksten.
Wobei dies bei einem solchen Werk wirklich schwer ist. Es gibt keinen Track der in irgendeiner Weise nicht einzigartig und hörenswert wäre. Wenn ihr Damn. noch nicht gehört haben solltet, dann holt dieses schnellst möglich nach.

Kodak Black - Painting Pictures

Kodak Black verbringt zuletzt mehr Zeit auf der Anklagebank und hinter Gittern als im Studio. Dennoch hat er nun nach seinen sehr erfolgreichen Mixtapes, sein erstes Album auf den Markt gebracht.
Er ist bekannt für seinen sehr melodischen Sound und seine catchy Hooks.
Painting Pictures erreicht mit Candy Paint ein erstes Highlight und erreicht vor allem im mittleren Teil des Album seinen Höhepunkt. Die Tracks Patty Cake, Save You, Conscience und Tunnel Vision sind aus persönlicher Sicht die stärksten des Longplayers. Des Weiteren sind die Tracks Reminiscing und Why They Call You Kodak hervorzuheben.

Kodak Black hat definitiv ein Album abgeliefert das uns noch einige Zeit begleiten wird. Leider ist fraglich wann wir das nächste Mal etwas von dem grade einmal 19-jährigen hören werden. Da er aufgrund von Verstößen gegen seine Bewährungsauflagen momentan einmal mehr vor Gericht steht und ihm bis zu 8 Jahren Haft drohen.

Freddie Gibbs - You Only Live 2wice

Das Jahr 2016 war für Freddie Gibbs mit Sicherheit keines an das er sich all zu gerne erinnern wird. Es wurde bei ihm überschattet mit einer Anklage eines angeblichen sexuellen Übergriffes während seiner Tour in Österreich im Jahr 2015.
Nun feiert er, seinem Albumcover nach zu urteilen, seine heilige Auferstehung.
Sehr ungewöhnlich ist das sein Album nur 8 Tracks hat. Aber lieber 8 starke Tracks, als ein Album mit 15 Tracks mit denen man nicht richtig warm wird.
Auf den starken Beats kommt Freddie Gibbs mit seiner kräftigen Stimme bestens zur Geltung und bringt mit gesungen Hooks auf Crushed Glass und Andrea auch die nötige Abwechslung mit sich.
Ansonsten überzeugt Freddie Gibbs auf dem Album mit dem Amnesia, auf dem man genau das geliefert bekommt was man sich von ihm erhofft.
Qualität statt Quantität trifft es im Fall von You Only Live 2wice sehr gut. Das solltet ihr euch definitiv anhören.